Stadt jagt Parksünder jetzt mit „Big Brother“-Methode

Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller steuert seinen grünen Kurs energisch weiter: Autos raus, Fahrräder sollen rollen. Das belegt nicht nur die irrsinnige Neuplanung der Königsallee mit einem Fahrradschnellweg in beide Richtungen, sondern jetzt auch die Absicht, Vergehen von Autofahrern, die auf Radwegen stehen, nach „Big Brother“-Methode zu ahnen.
Ab Mitte November jagt die Stadt falsch parkende Autofahrer mit einem speziell ausgerüsteten Scan-Fahrzeug, das im Fahren, sogar noch mit Tempo 50, Falschparker erkennt, Fotos sammelt – und zack, ist das Bußgeldverfahren eingeleitet.
Man hält mal eben kurz an, achtet durchaus auf mögliche Behinderung – etwas in der Reinigung abgeben, Brötchen vom Bäcker holen, den behinderten Großvater an die Tür bringen, was auch immer. Zwei, drei Minuten und man sitzt wieder im Auto. Das weiß jeder Autofahrer und das wissen alle Menschen, die Augen im Kopf haben.
Verkehrsüberwachung entpersonalisiert
Das „Big Brother“-Mobil weiß das nicht. Mit einem Ordnungsamt-Mitarbeiter kann man reden. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass In Düsseldorf nicht nur sture Betonköpfe unterwegs sind. Sagen Sie mal als Antwort auf ein Bußgeld, dass Sie doch nur „mal eben“ aus wichtigem Grund gehalten haben. Das glaubt niemand.
Somit wird die Verkehrsüberwachung nicht nur digitalisiert, sondern auch entpersonalisiert, eine grauenvolle Vorstellung. Allein die Tatsache der dauerhaften Überwachung durch ein auf Erkennung von Verkehrsverstößen geeichtes Auto empfinde ich als absolut unangenehm, als extrem störend.
Bereits im letzten Jahr fand ein erster Test in Düsseldorf statt, jetzt wird’s ernst: Ab Mitte November werden Autofahrer noch effizienter überwacht! Schlimm: das Procedere ist bundesweit seit Juli sogar gesetzlich abgesegnet.
Ich will nicht automatisiert überwacht werden! Ich will, dass kleine Freiheiten, die man sich durchaus verantwortungsvoll nimmt, erhalten bleiben müssen. Wer eine halbe Stunde auf einem Radweg parkt, der soll meines Erachtens ein fettes Knöllchen kassieren.
Ich erinnere mich noch an das Wahlversprechen von Stephan Keller vor seiner ersten Wahl: Er hatte ein harmonisches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer versprochen. Tatsächlich werden Rechte und Freiheit von Autofahrern zusehends beschnitten.
Beitragsbild: Ein Scanfahrzeug mit Dachkameras kontrolliert – Symbolbild, KI-generiert
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