Der ehrliche Restaurant-Test: The Grill, Königsallee – Steaks & Ambiente

Wenn es um Steaks geht und du in einer bestimmten Liga spielst und deinen Geschäftspartner einlädst, gehst du nicht ins Block House. Auch einer Angebeteten willst du beweisen, dass deine Gefühle für sie eine Entsprechung in dem finden, was du bereit bist, für ein Romantic Dinner auszugeben.

In solchen Fällen gehst du ins „The Grill„.

Das thront über dem Dior-Geschäft an der Kö – ein wunderbarer Imagetransfer – und gehört Kay Herrmann. Der hat mit dem gleichnamigen Restaurant in Bremen großen Erfolg gehabt, den er nun in Düsseldorf wiederholt. Außer dem „The Grill“ gehört ihm auch das „Cecino’s“ im Dreischeiben-Haus, wo zuvor das „Phoenix“ einlud, für das der legendäre „Club 21“ in New York das Vorbild war und das Ehepaar Tanja und Philipp Wolter Gäste auf Niveau bedienten.

Im „The Grill“, wo früher Guido und Johanna Gutzeit langjährig mit Stil und Gastlichkeit das „La Terrazza“ führten, werden heute hochklassige Steaks, vorwiegend mit dem „Nebraska“-Gütesiegel, aber auch weitere Gerichte, bei denen jeder fündig wird, angeboten.

Wir erinnern uns, wie – zumeist – Guido an dem kleinen Pult mit dem Gästebuch am Eingang stand und die Gäste begrüßte. Dir wurde der Mantel abgenommen und du wurdest zum Tisch geleitet.

Heute gehst du einfach hinein, schaust dich um und wirst vom Kellner angeranzt, wenn du dich nach einem Zweiertisch umschaust: „Wir platzieren hier“! Man muss dazu sagen, es war 14 Uhr und die Zahl der Gäste war überschaubar.

Da sitzen wir also, außer mir Markus Eirund (Gastro-Portal), der mit seiner Firma Eirund Consulting Investoren und Gastronomen berät und mein erster Begleiter beim „Ehrlichen Restaurant-Test“ ist. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass wir uns nicht einladen lassen, keine Gefälligkeitsartikel schreiben und selbst bezahlen. Wir sagen, was ist.

Moderne Kunst, bequeme weiche Stühle – das „The Grill“ strahlt Eleganz aus – Fotos: Düsseldorf Blog

Begehrt bei angenehmen Temperaturen: die Zweiertische auf der Terrasse mit Blick auf die Baumkronen an der Königsallee

Die Vorspeisen lassen uns die wenig einladende Bemerkung des Kellners schnell vergessen. Das Tuna Tartare ist mit den beigefügten Gaumenschmeichlern die reinste Offenbarung, Gleiches galt für das Beef Tartare. Auch die Präsentation überzeugt! Das geht positiv auf das Punktekonto.

Tuna Tartare – die reinste Offenbarung, eine Vorspeise, die man gern wieder bestellen würde.

Beef Tartare – auch diese Vorspeise überzeugt. Nicht mit Ketchup, wie Tim Mälzer es mag, sondern nach einem feinen Rezept, dessen Zusammensetzung wir nicht hinterfragt haben

Der Appetit ist nicht sehr groß, deshalb entscheidet Markus Eirund sich nur für das Zwiebelsüppchen, ich wähle das Wagyu Bavette, ein Flank Steak, mit grobem Salz serviert. Das entspricht voll den Erwartungen und ist auf den Punkt medium gebraten. Dazu nur Pommes Frites. Beilagen kosten extra.

Voll zufriedenstellend: Bavette vom Wagyu-Rind

Die Zwiebelsuppe ist weniger überzeugend. Da versöhnt der Schokokuchen, den Markus sich als Dessert servieren lässt.

Wir tranken zwei Wasser, ein Glas Grauburgunder und zwei Glas Weizenbier ohne Alkohol.

Unser Fazit: Das Ambiente überzeugt, das The Grill hat Flair, die Plätze auf der Terrasse mit Blick auf die Baumkronen der Kö sind einzigartig in Düsseldorf. Die Qualität der Speisen liegt auf hohem Niveau. Punktabzug ist angesagt für den Service und die Sauberkeit der Herrentoilette. Unser Urteil deshalb vier von fünf Punkten.

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