
Unsere KI hat die Aufgabenstellung recht gut gelöst, nur den Fußweg ganz links am Kö-Graben hat sie nicht hinbekommen, er fehlt.
Der Düsseldorf Blog hat sich gegen das hier dargestellte Modell für die Kö von morgen ausgesprochen. Grund: Der auf 10 Millionen Euro geschätzte Umbau der Kö läuft den Interessen der Königsallee und ihrer Anlieger zuwider.
Peter Wienen (Foto), Immobilienbesitzer an der Kö und langjähriger Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Königsallee mit rund 140 Mitgliedern, kommentiert die Planung mit drastischen Worten: „Völliger Schwachsinn- grüne Politik der bescheuertsten Art.“
Wienen: „Es ist tatsächlich ein Schmierentheater. Ich prophezeihe: Was jetzt passiert, ist nur ein Übergang zur autofreien Königsallee. Damit greift die Stadt eine ihrer letzten Attraktionen an: Fortuna weg, drittklassig, DEG weg – und ich bin sicher, die Luxusläden werden abwandern. Und wenn die weg sind, kommen die in zwanzig Jahren nicht wieder.“
„Fühlen uns völlig überfahren“
Der langjährige Kämpfer für die Königsallee verweist auf den massiven finanziellen Einsatz der Kö-Anlieger für die Prachtstraße – Lichterdom und Weihnachtsbeleuchtung, die Beleuchtung des Kö-Grabens und die Wasserbesprenklung der Böschungen – alles sei privat finanziert worden. Wienen: „Und jetzt fühlen wir uns völlig überfahren. Schlimm ist: Die Entscheider von heute sind in ein paar Jahren nicht mehr in ihren Positionen, aber die zerstörte Königsallee bleibt übrig.“
Die schärfste Kritik Wienens richtet sich gegen Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller (Foto): „Mit allen Oberbürgermeistern, mit Jochen Erwin sowieso, aber auch mit Elbers und Geisel sind wir immer zu vernünftigen Entscheidungen gekommen. Für alle war die Kö heilig, für Keller nicht.“

Trotz vieler Gespräche mit Ideen und Vorschlägen für ein vernünftiges Miteinander habe die Stadt an ihren Plänen festgehalten.
So wäre es laut Wienen ein Kompromiss gewesen, den Radweg nur in Richtung Corneliusplatz vorzusehen „in eine Richtung, wie auf der Luegallee“. Schon 2023 habe die IG Königsallee vor dem Zwei-Wege-Radweg gewarnt. Die Schadowstraße sei abschreckendes Beispiel. Wienen: „Man hat wohl gar nicht bedacht, welche Geschwindigkeit die E-Bikes heute vorlegen. Aus meiner Sicht sind Unfälle hier vorprogrammiert.“
Künftig Dauerstaus auf der Kö
Der Rat habe außerdem gar nicht zur Kenntnis genommen, dass die Kö auch eine Entlastungssstraße ist. Zahlreiche Autofahrer bögen am Graf-Adolf-Platz auf dem Weg zu ihren Büros in die Kö ein. Die Interessengemeinschaft Königsallee ist sicher, dass künftig mit Dauerstaus zu rechnen ist.
Für Peter Wienen steht fest, dass mit der Neuplanung zwar massiv in den Verkehr eingegriffen, aber Wesentliches vernachlässigt werde: „Das historische gusseiserne Geländer am Kö-Graben muss saniert werden, die Kosten von 1,2 Millionen Euro liegen dem Gartenamt vor, auch die Denkmäler und mindestens die Girardetbrücke sind sanierungsreif. Dafür ist angeblich kein Geld da. Ich frage mich: Warum zerstören Ideologen dieses einmalige Ensemble des Denkmalschutzes.“
CDU: „Ausreichend Parkplätze“
Hier erklärt CDU-Ratsherr Andreas Auler, warum der Plan der Stadt für die Kö so großartig ist.
https://www.facebook.com/reel/1787804672209189
Dabei spricht er von „ausreichend Parkplätzen“, was ein kompletter Blödsinn ist. Jeder Düsseldorfer, der Auto fährt, weiß, dass schon jetzt ein Parkplatz an der Kö kaum zu ergattern ist.
Die Zahl der Parkplätze wird von 200 auf 83 sinken! Die Fahrradfahrer dagegen wird man ausgesprochen großzügig berücksichtigen. Für sie sind auf der Kö-Geschäftsseite Radwege in einer Breite von 3,20 m vorgesehen – 1,60 m für jede Fahrtrichtung!
Muss das sein? Ich meine, auf gar keinen Fall. Gerade die Flächen am Kö-Graben eignen sich zum Flanieren. Immer wieder gibt es hier Streit zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern, wobei die Fahrradfahrer nach meiner Beobachtung besonders energisch auf ihr Recht pochen. Das wird sich meines Erachtens nicht ändern. Ein klar definierter Fahrweg von 1,6 m Richtung Corneliusplatz hätte es auch getan.
Bürgerbegehren gegen Ratsbeschluss braucht 14.100 Unterschriften
Die üppigen Radwege und der Wegfall der meisten Parkplätze, das sind für mich die Negativ-Kriterien der Planung. Radfahrer kaufen nicht bei Dior. Verwöhnte Kunden haben’s gern bequem – Shopping, dann über die Straße zum eigenen Auto. Nicht zu vergessen auch der Eitelkeits-Effekt, der selbstverständlich Teil der Kö-DNA ist. Was nützt dem Ruhrgebietler der Ferrari oder dem Niederrheiner sein Bentley, wenn er ihn hier nicht mal vorführen darf! Die jungen Car Spotter, die exklusive Automobile mit der Kamera jagen, müssen sich ein neues Hobby suchen.
Für ein Bürgerbegehren gegen den Kö-Ratsbeschluss sind 14.100 Unterschriften erforderlich. Ist es erfolgreich, kann der Rat dem Anliegen entsprechen. Falls nicht, ist ein Bürgerentscheid nötig. Dabei muss eine Mehrheit mit Ja stimmen. Diese Mehrheit muss zugleich mindesens 10 Prozent aller stimmberechtigten Bürger umfassen, das wären in Düsseldorf 47.000. Gelingt das, hätte es die Wirkung eines Ratsbeschlusses, die Kö-Planung wäre Makulatur.
Peter Wienen: „Wir werden besprechen, wie wir in der Angelegenheit weiter vorgehen.“
Weiterer Bericht, der hier zum Thema Kö-Umbau erschienen ist:
