Vom 4. bis 6. Juni feiern die Schwulen und Lesben und alle irgendwie zwischen Hetero und Homo den CSD. Sie feiern „ein Fest der Vielfalt“ und fordern „Respekt“. Dass viele von ihnen, besonders in Berlin, sich dabei in den Augen Vieler respektlos benehmen, etwa mit offen schwingendem Gehänge und bemaltem blanken Busen – geschenkt.
Diese ganze Veranstaltung geht mir empfindlich auf den Senkel. Nicht nur mir. Die schwulen Freunde, die ich habe, schalten beim Thema LGBTIQ (alternativ: LSBTIQ) ab. Einer der Freunde, in der Modebranche zu Hause, bringt das so auf den Punkt: „LGBTIQ, das hört für mich bei LG auf.“
Unter anderem mit diesem Bus schwimmt die Rheinbahn mit auf der CSD-Welle – Foto: Rheinbahn
Die ständige Heraushebung einer Minderheit, der sich etwa auch die Stadt Düsseldorf und das städtische Unternehmen Rheinbahn an den Hals werfen, ist für mich Zeichen ideologiegetriebener Wokeness.
Ride with Pride
Ein großer Fan ist Hendrik Wüst, der dieser Tage Anlass für „wüste Spekulationen“ ist. (Möge der Herr verhüten, dass der Linksgrüne ins Kanzleramt gespült wird.) Doch auch Düsseldorfs OB Dr. Stephan Keller wird zum CSD gewiss die Regenbogenfahne hissen lassen.
Auch unser People Mover, die Rheinbahn, geht mit dem „Ride with Pride“-Bus und der „Ride with Pride“-Bahn voll auf Kurs Vielfalt und verkündet:
„Vielfalt, Offenheit und Respekt sind feste Bestandteile der Unternehmenskultur der Rheinbahn. Unter dem Motto „Ohne Vielfalt stehen wir still“ engagiert sich das Unternehmen deshalb nicht nur im Pride Month, sondern das ganze Jahr über für Sichtbarkeit und Teilhabe.“
„Vielfalt“ ist für mich mittlerweile ein Reizwort, hauptsächlich jedoch in anderem Kontext. Wir erinnern uns, ist ja gerade ein paar Tage her: Wir die graue, „oder auch braune Masse“, wir tendenziell Nazi-Deutschen, bedürften dringend der Durchmischung mit Migranten. Wie die Krawallnudel Bärbel Bas ihre Verachtung gegenüber dem deutschen Volk zum Ausdruck gebracht hat, hinterlässt einen fassungslos.
Doch nicht nur kulturfremde Zugewanderte, auch Menschen, die sich von uns langweiligen Normalos unterscheiden, lassen sich für die Vielfalt-Welle einspannen.
Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe versichert, dass die Weichen richtig gestellt sind: „Vielfalt ist für uns mehr als ein Wert – sie bewegt unsere Rheinbahn tagtäglich.“
Grundgesetz Art. I
Wie man wertschätzende Arbeitskultur und den Schwerpunkt der Pflege von Lesben, Schwulen und allen dazwischen vermischen kann, verstehe ich nicht. Wie wär’s denn mit schlichter Beachtung des Grundgesetz Art. I, der besagt „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“
Damit sind offensichtlich alle Menschen gemeint, so dass keine Veranlassung besteht, eine kleine Minderheit besonders hervorzuheben und den Regenbogenmantel über ihr auszubreiten.
Regenbogen-Flaggen
Die Rheinbahn geht bei diesem CSD in die Vollen – mit einer Partybahnfahrt nach dem CSD in Düsseldorf gemeinsam mit dem internen Netzwerk „Ride with Pride“ und #öffisbunt e. V.“ und diversen anderen Maßnahmen, u.a. mit Regenbogen-Flaggen an der Verwaltung, dem Regenbogen-Logo auf digitalen Kanälen und der Verteilung von Schlüsselbändern, Armbändern und Stickern sowie interne Aktionen rund um den Pride Month.
Wenn die Regenbogen-Flaggen hoch gezogen werden, wollen auch die Stadtbüchereien nicht abseits stehen. Auch sie wollen „ein Zeichen setzen“. Wofür? Natürlich für „Offenheit, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Ausdrücklich weist die Stadtbücherei darauf hin, dass öffentliche Bibliotheken für alle Menschen offen sind, „unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung.“
Eine Selbstverständlichkeit, verpackt in Regenbogen-Kitsch-Rhetorik.
Beitragsbild: Der CSD wird in Erinnerung an einen Aufstand im Jahre 1969 in New York gefeiert, bei dem es um Gleichberechtigung ging
