Stadt erleichtert Freizeitplanung: „Karte der kühlen Orte“

Im Schatten ist es kühler als in der Sonne.

Im Wald ist es bei Hitze deutlich angenehmer als auf der Straße.

In alten Gemäuern lässt es sich bei 30 Grad besser aushalten als in der Straßenbahn.

Wer all dies nicht weiß, kommt in dieser Stadt vor Hitze trotzdem nicht um. Denn die Landeshauptstadt beschützt ihre Bürger seit 2023 mit der „Karte der kühlen Orte„.

Sie soll hitzegeplagten Düsseldorfern ein Navi zu kühlen Orten und kostenlosen Trinkwasserspendern sein.

Die Stadt: „Verzeichnet sind unter anderem Museen, Bibliotheken und Kirchen, Schwimmbäder, Wasser- und Waldspielplätze sowie schattige Grünanlagen und Waldgebiete. Darüber hinaus sind aktuell 30 Trinkbrunnen im gesamten Stadtgebiet sowie rund 60 Refill-Stationen eingetragen, an denen Trinkflaschen kostenlos aufgefüllt werden können.“

Das ist nicht alles an Überlebenshilfe.

Unser grandioser Umweltdezernent Jochen Kral gibt uns auch den entscheidenden Tipp zur Anwendung der „Karte der kühlen Orte“.

Kral: „Mit der ‚Karte der kühlen Orte‘ können Strecken an heißen Tagen bequem im Voraus geplant werden.“ 

Ich stelle mir das in der Praxis vor. Temperatur von 33 Grad. Nach städtischer Vorlage müsste man sich in meinem Stadtteil Pempelfort von Kirche zu Kirche schleppen. In Kirchen ist es kühl, ja, wer hätte das von allein gewusst! Die Münstertherme, das schöne alte Schwimmbad, auch in Reichweite. Kühles Wasser, Mensch, auch daran hätte man gewiss nicht gedacht.

Will sagen: Ich halte diese Karte für ausgesprochenen Stuss. Wer schaut auf eine „Karte der kühlen Orte“, wenn er an einem heißen Tag spazieren gehen will? Man hat ein Ziel, etwa einen Biergarten, ein Restaurant, einen Wald, ein Plätzchen am Rhein oder fährt zum Unterbacher See, da gibt’s Schatten und Wasser.

Ich möchte gern mal die Zugriffszahlen zu dieser Website sehen, die unsere Nanny Jochen Kral sich ausgedacht hat. Ich wette, sie tendieren gegen Null. So viele Ahnungslose kann es nicht geben, dass die paar tausend Euro für die Gestaltung der Website sich lohnen.

Für die gänzlich Ahnungslosen stellt die Stadt auch noch ein Hitzeportal bereit. Da erfährt man dann noch mehr von dem, was jeder mit IQ über Sommer-Höchsttemperaturen schon lange weiß.

 

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