Der Kelch ist an uns vorüber gegangen. Bei allem Lokalpatriotismus kann man wohl doch eher froh sein, dass der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) heute enschieden hat, dass München deutscher Olympia-Bewerber wird. Die bayerische Hauptstadt hat sich damit gegen Köln-Rhein-Ruhr durchgesetzt. Deutschland bewirbt sich um die Spiele 2036, 2040 oder 2044.
Viele Wettbewerbe hätten in Düsseldorf stattgefunden, wenn Köln-Rhein-Ruhr gewonnen hätte. Man kann bedauern, dass von Düsseldorf nun keine Olympia-Fernsehbilder in die Welt gehen. Aber man kann es, wie ich, auch anders sehen. Die Organisation einer solchen Mega-Veranstaltung bindet alle Kräfte der Stadtverwaltung und würde gewiss erhebliche Summen verschlingen. Ein Verkehrschaos über Wochen wäre gleichfalls eine unangenehme Begleiterscheinung.
Für München wird den Ausschlag gegeben haben, dass die Olympiade dort Spiele der kurzen Wege sein werden, während in NRW Wettbewerbe in mehreren Städte stattgefunden hätten.
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: „Natürlich bedauern wir sehr, dass die Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region heute nicht den Zuschlag erhalten hat. Wir haben mit großer Überzeugung für unser Konzept, unsere Region und unsere Idee von nachhaltigen und modernen Olympischen und Paralympischen Spielen geworben. Ich danke allen, die sich in den vergangenen Monaten mit großer Leidenschaft für Rhein-Ruhr eingesetzt haben. München gratuliere ich zu der erfolgreichen Bewerbung und wünsche für den weiteren Weg zur Ausrichtung der Spiele viel Erfolg. Unsere Begeisterung für den Sport und unsere Bereitschaft, internationale Großveranstaltungen auszurichten, bleiben davon unberührt.“
Stadtdirektor Burkhard Hintzsche: „Wir hätten uns natürlich gewünscht, dass sich die Rhein-Ruhr-Region heute durchsetzt. Unsere Bewerbung hat gezeigt, welche Möglichkeiten und welche Erfahrung wir als Sport- und Veranstaltungsregion mitbringen. Gleichzeitig gratulieren wir München zu diesem wichtigen Schritt und wünschen der Stadt für die weitere Bewerbung viel Erfolg.“
Dass Düsseldorf „Groß-Events kann“ – unbestritten. Ich finde übrigens, der Slogan „City of Live„, der jetzt überall plakatiert ist, passt bestens zu Düsseldorf. Er löst beim Leser deutlich mehr Neugier aus als unser Marketing-Claim „Nähe trifft Freiheit„. Der ist lediglich eine Gegenüberstellung zweier Begriffe mit „trifft“ als Verbindung. „Nähe“ kann für kurze Wege, Gemeinschaft und Vertrautheit stehen, „Freiheit“ für Offenheit und persönliche Möglichkeiten. Als Claim klingt das eingängig, bleibt ohne weitere Erklärung aber recht allgemein und weckt keine Lust, diese Stadt kennenzulernen.
