
Die bedeutende Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem soll erstmals ein Bildungszentrum außerhalb Israels in Deutschland erhalten. Das Zentrum soll einzentraler Bildungsort mit europaweiter Strahlkraft werden. In einem entsprechenden Beschluss hat der Rat der Landeshauptstadt gestern einstimmig für eine Bewerbung Düsseldorfs als Standort für ein Yad Vashem Education Center gestimmt. Das Institut soll bei Zuschlag in einer vom Jungen Schauspiel einst genutzten Immobilie an der Münsterstraße seinen Platz finden.
Ich finde, diese Entscheidung steht Düsseldorf sehr gut zu Gesicht. Durch den großartigen Paul Spiegel, bis zu seinem Tod 2006 Präsident des Zentralrats der Juden, hatte ich vor vielen Jahren Kontakt zu der jüdischen Community bekommen und sehe sie als große Bereicherung an. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller sieht in der Bewerbung „eine besondere Entscheidung. Es ist eine Aussage, ein Versprechen und eine moralische Verpflichtung.“ In Düsseldorf werde Erinnerungskultur aktiv gelebt. Keller: „Wir übernehmen Verantwortung, indem wir nicht müde werden, zu mahnen, aufzuklären und immer wieder für ein demokratisches, respektvolles Miteinander einzutreten.“
In der engeren Auswahl
Die Jüdische Gemeinde Düsseldorfs ist die drittgrößte in ganz Deutschland.
Der Aufbau des Yad Vashem Education Centers in Deutschland wird von der Bundesregierung unterstützt. In einer bundesweiten Machbarkeitsstudie wurden gemeinsam mit Yad Vashem mögliche Standortländer geprüft: Neben Sachsen und Bayern ist Nordrhein-Westfalen als potenzieller Standort in der engeren Auswahl. Der Landtag NRW befürwortet die Standort-Bewerbung und stimmte einem entsprechenden Antrag im November 2025 zu. Mehrere Kommunen haben daraufhin ihr Interesse bekundet – hierunter auch Düsseldorf.
Eine Delegation von Yad Vashem besuchte bereits potenzielle Standorte in NRW. Anfang dieser Woche durfte Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller gemeinsam mit Sylvia Löhrmann, Staatsministerin a.D. und Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, der Beigeordneten für Kultur und Integration der Landeshauptstadt Düsseldorf, Miriam Koch, dem Antisemitismusbeauftragten der Landeshauptstadt Düsseldorf, Wolfgang Rolshoven, sowie Dr. Bastian Fleermann, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, die Delegation im Jan-Wellem-Saal des Rathauses begrüßen. Im Rahmen des Empfangs warb der OB für den Standort Düsseldorf.
Das Beitragsfoto (Stadt Düsseldorf) zeigt Ob Dr. Keller (links) mit Dr. Gilad Olshtein, Direktor des Internationalen Instituts für Holocaust-Education Yad Vashem
