Sicher haben nicht nur Oper-Besucher Verständnis dafür, dass das in die Jahre gekommene Opernhaus technisch sicher bewirtschaftet werden muss. Es ist zwar erst 70 Jahre alt, aber man kann heute niemandem einen Vorwurf machen, dass man in den 1950er Jahren nicht so solide gebaut hat, wie es heute gang und gäbe ist. Die Heizungs- und Kältetechnik muss modernisiert werden, Reparaturen am Dach des Foyers sind nötig und manches mehr. Auch die regelmäßige Wartung erfordert tiefere Griffe in die Tasche. Über die Gesamtsumme soll der Rat im nächsten Monat abstimmen.
Was bei mir jedoch ein Störgefühl verursacht, ist der in Anbetracht der trüben Finanzlage erhebliche Aufwand – besonders vor dem Hintergrund, dass wir uns im nächsten Jahrzehnt eine neue Oper hinsetzen wollen. Dieses neue Opernhaus soll, Stand heute, eine Milliarde Euro kosten. Wie jeder weiß, wird diese Investitionssumme nicht ausreichen. Es wäre das erste Großprojekt, bei dem der Kostenrahmen eingehalten würde. Ich plädiere insofern dafür, die Kosten für die weitere Instandhaltung des jetzigen Opernhaues noch mal auf den Prüfstand zu stellen. Wie die neue Oper finanziert werden soll, ist mir nach heutigem Stand auch ein Rätsel. Die Gewerbeeinnahmen brechen weg, der politische Horizont verdüstert sich und die Wirtschaft insgesamt sendet SOS-Signale. Warten wir’s ab.

