„Es kommt seltener vor als ein Lottogewinn“, teilt die Uniklinik mit. Hier kamen (bereits im April) mit Kexin Daisy, Keyi Amelia und Kerui Nora eineiige Drillinge gesund per Kaiserschnitt zur Welt. Ganz besonders: Die drei Mädchen seien nicht nur genetisch identisch, sie teilten sich während der Schwangerschaft auch eine gemeinsame Plazenta – eine äußerst seltene Form der Mehrlingsschwangerschaft. Mutter Dan Wang und die Kinder sind wohlauf und konnten die Klinik bereits wieder verlassen.
„Eineiige Drillinge entstehen, wenn sich eine einzige befruchtete Eizelle nach der Befruchtung gleich mehrfach teilt – zunächst zwei Mal und dann in einem weiteren Schritt ein weiteres Mal. Das führt zu insgesamt drei genetisch identischen Embryonen, was ein absolut natürlicher, aber extrem seltener Vorgang ist“, erklärt Dr. Gabriele Bizjak aus der Pränatalmedizin an der Uniklinik Düsseldorf.
„Wie selten es genau vorkommt, ist schwer zu sagen: Sehr wahrscheinlich weniger als fünf Mal im Jahr in ganz Deutschland. Man kann sich die Wahrscheinlichkeit in etwa so vorstellen: In einer Stadt wie Düsseldorf bekommt jeder Mensch einen Briefumschlag zugesteckt. Und nur in einem oder zwei dieser Umschläge ist ein Brief drin. Ein wahres kleines Wunder.“
Die Geburt fand in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Uniklinik Düsseldorf unter Beteiligung eines interdisziplinären Teams der Geburtshilfe sowie der Neonatologie der UKD-Kinderklinik statt. Die Schwangerschaft wurde laut Uniklinik engmaschig überwacht. Grund: Bei sogenannten monochorialen Mehrlingsschwangerschaften – also Schwangerschaften mit gemeinsamer Plazenta – bestehe ein erhöhtes Risiko für Komplikationen, da die Kinder über gemeinsame Blutgefäße miteinander verbunden sein können. Deshalb erfolgten regelmäßige spezialisierte Ultraschalluntersuchungen und eine intensive medizinische Betreuung.
„Schwangerschaften mit eineiigen Drillingen, die sich zusätzlich eine einzige Plazenta teilen, sind medizinisch sehr selten und gelten als Hochrisikoschwangerschaft“, erklärt Dr. Felix Borgmeier, Oberarzt in der UKD-Geburtsmedizin, der gemeinsam mit dem Hebammenteam und dem Anästhesierteam die Sectio, also den Kaiserschnitt, durchgeführt hat. „Oberstes Ziel ist immer, die Schwangerschaft so lange wie möglich zu erhalten, so dass sich alle Kinder ausreichend entwickeln können. Bei Drillingen kommt man aber dennoch selten über die 34. Schwangerschaftswoche hinaus. Auch Kexin Daisy, Keyi Amelia und Kerui Nora haben wir in der 33. Schwangerschaftswoche geholt und alles ist gut gelaufen – für alle Beteiligten ein wirklich besonderer Moment.“
Beitragsbild (Uniklinik): Mutter Dan Wang, die Großmutter der Kinder und Vater Kai Wan
