Stolz verkündet die Rheinbahn die Lieferung von 40 neuen Batteriebussen, die in den kommenden Monaten schrittweise in den Linienbetrieb gehen sollen. Zwei Busse hat Hersteller Daimler bereits geliefert, sie werden derzeit in Testfahrten auf den Prüfstand gestellt. Die gesamte Busflotte soll auf E-Mobilität umgestellt werden. Aber: Ist das eine gute Idee?
Im April 2021 brannten in Düsseldorf 38 Busse aus, darunter acht Elektrobusse. Der Verdacht: Ein Defekt an einem E-Bus habe das Feuerinferno ausgelöst. Die Rheinbahn damals:
„Die Gutachter der Versicherungen kamen – wie auch das Gutachten der Staatsanwaltschaft Düsseldorf – zu dem Ergebnis, dass der Brand eine technische Ursache hatte, diese aber aufgrund des nachhaltigen Brandfortschritts und des enormen Zerstörungsgrads nicht mehr eindeutig ermittelt werden kann.“
Aber: Auch in Stuttgart und Hannover brannten Busdepots mit Beteiligung von Elektrobussen, die zu löschen jeweils eine besondere Herausforderung war.
Brandschutz-Experte Niki Traxel, ein Spezialist für den Umgang mit brennenden Lithium-Ionen-Batterien, wird im Focus mit den Worten zitiert: „Die ideale Sicherheitsvorkehrung wäre es, jedes Fahrzeug separat in einer eigenen feuerfesten Parkbucht zu laden – das gilt auch für Elektro-PKW in Tiefgaragen.„
Die Rhein-Neckar-Region erlebte mit 48 neuen Elektrobussen einen Winterschock – sie waren nicht einsatzbereit. Siehe auch Bericht hier.
„Zu teuer, zu unzuverlässig, zu aufwendig“, hatte der Spiegel schon 2017 über die Elektrobusse geurteilt. Wobei man natürlich feststellen muss, dass sich seitdem viel in der Entwicklung getan haben muss.
Tomasz Karbowski, Bereichsleiter Fahrzeuge und Betriebsleiter, gibt sich optimistisch: „Die neuen Batteriebusse überzeugen mit hohen Reichweiten und bieten unseren Fahrgästen ein leises und komfortables Fahrerlebnis.“ Für Christian Finke, Vorstand Betrieb und Infrastruktur der Rheinbahn, ist das „Zusammenspiel von Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur und Betrieb“ essentiell.
Ladezeit drei Stunden
Die erwartete Lieferung umfasst 25 Solo- und 15 Gelenkbusse. Die Fahrzeuge werden vom Betriebshof Heerdt aus eingesetzt und dort geladen. Die Ladezeit beträgt laut Rheinbahn rund drei Stunden. Die Busse sollen auf verschiedenen Linien in Meerbusch, Neuss und im linksrheinischen Düsseldorf eingesetzt werden.
Gut für Passagiere: Die neuen Fahrzeuge sind mit Klimaanlagen sowie mit Monitoren für umfangreiche Fahrgastinformationen ausgestattet. Der Businnenraum wird videoüberwacht und ein kamerabasiertes System sowie 360-Grad-Kameras sollen die Rundumsicht verbessern und beim Abbiegen mehr Sicherheit bieten.
Nach der Lieferung der 40 Busse ist die Anschaffung weiterer 75 Busse vorgesehen. Die geplanten Neuanschaffungen ergänzen die bereits seit Herbst 2025 ausgelieferten 20 E-Busse des Herstellers VDL und zehn weitere E-Busse des Herstellers Irizar.
Die 75 Busse kommen die Rheinbahn und damit die Stadt nicht teuer zu stehen: Der Bundesverkehrsminister buttert 15 Millionen Euro dazu.
Ich habe der Rheinbahn zu der Meldung einige Fragen gestellt. Bin gespannt und werde berichten.
Beitragsbild: Christian Finke (links), Vorstand Betrieb und Infrastruktur (COO) der Rheinbahn, und Tomasz Karbowski, Bereichsleiter Fahrzeuge und Betriebsleiter, präsentieren die ersten beiden Fahrzeuge der neuen Reihe.
