Polizisten waren am Freitag bis in die späte Nacht bei einer groß angelegten Razzia in der sogenannten Waffenverbotszone Altstadt auf den Beinen, nach Polizei-Angaben wurden 10.600 Altstadt-Besucher gefilzt. Es bildeten sich teils lange Menschenschlangen, Besucher, so die Polizei, hätten jedoch verständnisvoll reagiert.
Wie Bilder auf ddorf-aktuell.de zeigen wurden für die Aktion extra Zelte aufgebaut und Arbeitstische mit Computern installiert.
Lohnt dieser Aufwand?
Bei den 10.600 untersuchten Altstadt-Besuchern fanden die Beamten sieben Messer, zwei Schlagringe, einen Schlagstock und zwei Pfeffersprays. Letztere darf man durchaus legal mitführen, außer in ausgewiesenen Waffenverbotszonen. Das ist in sofern widersinnig, als man ein solches Abwehrmittel zur Selbstverteidigung gerade dort dabei hat, wo Übergriffe möglich erscheinen. Auf der Website der NRW-Polizei ist gemäß Warnschild-Abbildung das Mitführen von Sprays, Pistolen und sogar Klappmessern verboten. Schlagringe sind nicht aufgeführt.

Ausbeute der Polizeiaktion, die bis in den frühen Morgen dauerte – Foto: ddorf-aktuell.de
NRW-Innenminister Herbert Reul, der an der Aktion teilnahm, sagt zum Thema Waffenverbotszone:
„Mit den Waffenverbotszonen machen wir die Straßen ein Stück weit sicherer. Vor allem an Orten und Plätzen, an denen es immer wieder zu Straftaten kommt und an denen sich viele Menschen aufhalten, sollen sich die Bürgerinnen und Bürger wieder wohler fühlen können.“
In der Altstadt wurden laut Polizei ab 19:30 Uhr nahezu alle über die U-Bahn-Aufgänge am Bolker Stern ankommenden Personen angesprochen, abgetastet und ihre mitgeführten Taschen und Rucksäcke in Augenschein genommen. Polizisten postierten sich auch an weiteren Zugangsstraßen und -wegen zur Altstadt und führten Personenkontrollen durch. Bei konkreten Verdachtsfällen erfolgten anschließend genauere Durchsuchungen in extra aufgebauten Durchsuchungszelten.
Renitenter 15-Jähriger
Am Rande der Kontrollstelle schritten Beamte bei einer wechselseitigen Körperverletzung ein, bei der sich ein Jugendlicher mit einer Frau prügelte. Bei der Ingewahrsamnahme leistete der 15-Jährige Widerstand, unter anderem bespuckte er einen der Polizisten. Um sein renitentes Verhalten zu unterbinden, legten die Beamten ihm eine Spuckhaube an und nahmen ihn mit zur Wache. Neben den verschiedenen verbotenen Waffen fanden die Polizisten bei zwei Personen geringe Mengen von Drogen. Hier wurden ebenso entsprechende Strafverfahren eingeleitet.
Der Aufwand – hohe Zahl an beteiligten Beamten mit entsprechendem Überstundenanfall, Aufbau der Sperrgitter und der Zelte, Einrichtung der Computer-Arbeitsplätze – erscheint mir zu hoch und nicht zielführend.
Bei der Aktion wurde ohne Ansehen der Person kontrolliert, somit auch zahlreiche Menschen, bei denen man nicht einmal auf die Idee käme, sie könnten zu Körperverletzungen neigen. Vielleicht wäre es sinnvoller, in der Altstadt generell für sichtbare Polizeipräsenz zu sorgen und selektiv bei Verdachtsfällen zur Tat zu schreiten.
Hier noch ein Video dazu: https://x.com/oida_grantler/status/2083500788509282691?s=20
Beitragsbild: KI-generiert
