Nur einen Tag nach dem Mordversuch auf der Kaiserstraße, der nach neuen Informationen dem Neffen eines niederländischen Drogenkönigs galt, wieder eine Gewalttat in Düsseldorf.
Gestern Nacht wurde ein Mann am Bolker Stern durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Hauptverdächtiger ist ein 17-jähriger Türke, er wurde festgenommen, mit einem Messer, der mutmaßlichen Tatwaffe, in der Hand.
Einsatzkräfte des Silvesterteams der Polizei übernahmen die Erstversorung des Schwerverletzten und forderten einen Rettungswagen an. Die Polizei: „Lebensgefahr konnte zu diesem Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden.“
Neben dem 17-Jährigen wurden zwei weitere Tatverdächtige unmittelbar vor Ort festgenommen werden. Bei dem Angriff auf das Opfer spielten offensichtlich auch Schläge mit Flaschen eine Rolle. Spezialisten der Kriminaltechnischen Untersuchungsstelle sicherten vor Ort die Spuren. Aufnahmen der Tat aus der Videobeobachtung der Altstadt konnten ebenfalls gesichert werden. Eine Mordkommission und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf haben die Ermittlungen aufgenommen.
Platzverweise für 125 Altstadt-Besucher
Der Jahreswechsel in Zahlen der Düsseldorfer Polizei, eine vorläufige Bilanz: Die Beamten registrierten 14 Körpverletzungsdelikten – im Vorjahr waren es 26. Im Zeitraum von Mittwochabend bis heute früh, 06:40 Uhr, wurden Platzverweise gegen 125 Altstadt-Besucher ausgesprochen – 51 mehr als im Vorjahr. Mit 17 Personen wurden doppelt so viele Randalierer wie 2024 in Gewahrsam genommen. Die Zahl der Taschendiebstähle ging von acht aufzwei zurück. Insgesamt wurden 25 Strafanzeigen geschrieben.
Die Polizei Düsseldorf hatte während der Silvesternacht mit Hunderten Beamtinnen und Beamten Flagge deutliche Präsenz gezeigt und spricht von „einer hohen Einsatzintensität“. Vorkommnisse beschränkten sich nicht auf die Altstadt, auch auf Plätzen in der Stadt ging es runde.
Streitigkeiten und Körperverletzungsdelikte
Mit zunehmendem Alkoholisierungsgrad der Altstadtgäste sei die Stimmung spürbar aggressiver geworden, meldet die Polizei. Immer wieder hätten sich Streitigkeiten und Körperverletzungsdelikte ergeben, vereinzelt seien Randalierer gemeldet worden. Durch die hohe Polizeipräsenz habe man viele Eskalationen und Straftaten verhindern können.
Um der Lage Herr zu werden forderte die Polizei auch mehrere mobile Videoanlagen aus dem Landesbestand der Polizei NRW an, die unter anderem am Rheinufer aufgestellt wurden. Auch im Bereich der Potsdamer Straße und der Fürstenberger Straße in Hassels wurden aufgrund der Erfahrungen aus dem letzten Jahr entsprechende Kameratürme installiert.
Ruhiger als Silvester 2024/2025
Der Polizeiführer des Silvestereinsatzes, Polizeidirektor Oliver Strudthoff bilanziert: „Zusammenfassend hatten wir eine ruhigere Silvesternacht als beim Jahreswechsel 2024/2025. Wichtig ist mir vor allem: wir hatten keine verletzten Kolleginnen und Kollegen und auch bei Rettungskräften sind uns bislang keine Übergriffe bekannt geworden.“
Die Einsatzteams seien im gesamten Stadtbereich „sehr niederschwellig, konsequent und robust gegen potentielle Störer vorgegangen.“ Einziger Wermutstropfen sei das versuchte Tötungsdelikte aam Bolker Stern am Neujahrsmorgen.
Auch die Regelung des Straßenverkehrs, insbesondere auf der Heinrich-Heine-Allee, stellte die Polizei vor Herausforderungen, die mit einem Mix aus festen Sperren und Bedarfsumleitungen gelöst wurden.
Sowohl auf der Oberkasseler Brücke als auch auf der Rheinkniebrücke wollten laut Polizei kurz vor Mitternacht zahlreiche Verkehrsteilnehmer widerrechtlich ihre Fahrzeuge parken, um das Feuerwerk zu beobachten. Hier musste die Polizei einschreiten.
Noch ein weiteres Kapitaldelikt ereignete sich am Mittwoch am Rather Kreuzweg. Am Mittwochnachmittag meldete sich ein Zeuge über Notruf bei der Leitstelle der Polizei Düsseldorf und gab an, dass es in einer Wohnung am Rather Kreuzweg mutmaßlich zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen ist, bei der eine 49-jährige Frau aus der Ukraine lebensgefährliche Verletzungen erlitt.
Ein 16-jähriger Tatverdächtiger konnte noch vor Ort von den eintreffenden Einsatzkräften festgenommen werden. Die 49-Jährige wurde mit einem Rettungswagen zur intensivmedizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Eine Mordkommission der Polizei und der Staatsanwaltschaft Düsseldorf haben die Ermittlungen aufgenommen. Die Experten der Kriminaltechnischen Untersuchungsstelle der Polizei Düsseldorf sicherten vor Ort Spuren.
