Der Düsseldorfer Express macht heute auf mit der Schlagzeile „Geisterstadt Altstadt“. Noch nie, schreibt Kollege Colja Schliewa, habe es in der Altstadt so viele Leerstände gegeben, „es gab Zeiten, da standen die Gastronomen Schlange, um eine Kneipe in der Düsseldorfer Altstadt eröffnen zu können.“
Der Express zitiert den Gastroberater Markus Eirund. Der glaubt: „Die typische Kneipenkultur, wie wir sie in der Altstadt kannten, stirbt. Das neue, junge Publikum, auf das die Gastronomie setzt, will neue Konzepte.“
Bei manchen Lokalen, die es im Rennen um die Gunst der Gäste nicht geschafft haben, frage ich mich doch, was der Grund dafür ist. Das urige alte Jazzlokal „Pöötzke“ etwa, das heimelige „St. Sebastian“ am Burgplatz, das meines Wissens den St. Sebastianern gehört, die „Kneipe“ auf der Liefergasse, wo ich früher gern ein Bier trank.
Vergnügungsviertel im Wandel
Ich teile den Eindruck dennoch nicht, dass die Altstadt eine Geisterstadt ist, sie ist nach meiner Meinung einfach ein Vergnügungsviertel im Wandel. Es hat meines Erachtens in erster Linie zu tun mit veränderten Trinkgewohnheiten. Früher ging man nach der Arbeit rudelweise in die Altstadt, ständig kreiste ein rundes Tablett mit Alt, gern auch zwischendurch Schnäpse. In meinem Job, dem Journalismus, war Alkohol ohnehin für die meisten von uns Grundnahrungsmittel. Damals lautete der kürzeste Witz: „Geht ein Journalist an ’ner Kneipe vorbei“. Tempi passati. Man trinkt heute weniger. Punkt.
Ein gewichtiger Grund für weniger Betrieb und Umsatz in der Altstadt ist natürlich Angela Merkels offenen Grenzen zuzuschreiben. Düsseldorf liegt mit einem Anteil von 54,5 % Ausländerkriminalität sogar noch vor Berlin (50,9 %). Wohl aus dem Grund – und natürlich auch weil Sonntag gewählt wird – schaut Ob Stephan Keller (CDU) gemeinsam mit NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstagabend in der Düsseldorfer Altstadt vorbei, um sich einen Überblick über Sicherheitslage und Altstadtgeschehen zu verschaffen.
Zum Schluss: Es gibt Hoffnungssignale: Karl-Heinz Gatzweiler hat gebaut – ein Millionenobjekt direkt neben seinem Brauhaus „Zum Schlüssel“. Der übrigens läuft, allen Unkenrufen zum Trotz, was den Niedergang von Brauereien angeht. Grund: gute Führung, leckeres und preisgünstiges Essen, Räume in allen Größen für Meetings und Feiern. Ich werde das Objekt in den nächsten Tagen mal vorstellen. Der Chef weilt gerade in Spanien.
