Schafft den Feiertag 1. Mai ab!

Morgen ist der 1. Mai, der „Tag der Arbeit“, für die Deutschen ein Tag der Freizeit. Außer hartgesottenen Sozialisten wird niemand morgen an die organisierte Arbeiterschaft denken, die 1886 in Chicago beim sogenannten Haymarket Riot – es gab elf Tote und rund hundert Verletzte – für den Achtstunden-Tag stritt. Oder daran, dass ein internationaler Arbeiterkongress in Paris kurz darauf den 1. Mai zum Kampftag erklärte. Und gänzlich wird kollektiv verdrängt, dass es die Nazis waren, die den 1. Mai 1933 zum offiziellen Feiertag machten.

 

Wir sollten den 1. Mai als Feiertag abschaffen.

 

Im Gegensatz zu christlichen Feiertagen, die trotz zunehmender inhaltlicher Entleerung einen Ewigkeitswert haben, steht der 1. Mai heute nur für Gestriges.

Der Mai wird nicht umsonst als Wonnemonat bezeichnet: Frühling, alles grünt. Der Maibaum, der Tanz in den Mai. Man feiert den Mai, man besingt ihn: Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus…Maiglöckchen stehen für Geburt und Liebe. „Wie herrlich leuchtet mir die Natur! Wie glänzt die Sonne! Wie lacht die Flur!“, schwärmte Johann Wolfgang von Goethe im „Mailied“. Joseph von Eichendorff verklärte den Mai ebenso: „Es war, als hätt’ der Himmel / Die Erde still geküsst / Dass sie im Blütenschimmer / Von ihm nun träumen müsst’.“

Braucht es wirklich noch die Erinnerung an Arbeiteraufstände? Braucht es wirklich noch einen Tag der Freizeit, der sich Tag der Arbeit nennt? Steht der „Kampftag der Arbeiterklasse“ aus dem vorvergangenen Jahrhundert nicht im krassen Kontrast zum Wonnemonat?

Beitragsbild: Illustration zum Haymarket Riot

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