Rheinbahn mit roter Schnauze

Nach einer erheblichen Unfallwelle, die eine ganze Reihe von Straßenbahnen in längerfristige Werkstattaufenthalte schickte, sieht die Rheinbahn jetzt Rot. Für mehr Sichtbarkeit im Straßenverkehr verpasst sie ihren Bahnen eine rote Schnauze.

Die erste Bahn, deren Vorderfront in Signalrot lackiert wurden, stellte die Rheinbahn jetzt vor. Die Hochflur-Bahn des Typs HF6 fährt künftig auf verschiedenen Linien im Netz. Schrittweise erhalten in den kommenden Jahren mehr als 200 Straßen- und Stadtbahnen die markante „rote Schnauze“ mit ergänzendem roten Kontraststreifen. „Sicherheit ist für uns keine Einzelmaßnahme, sondern eine strategische Führungsaufgabe“, erklärt Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe. „Wir wollen Risiken erkennen und reduzieren, bevor etwas passiert.“

Die auffällige Rotlackierung erhöht die visuelle Präsenz der Fahrzeuge im Mischverkehr. „Unfallanalysen zeigen, dass Bahnen in bestimmten Verkehrssituationen – etwa bei verbotswidrigem oder unachtsamem Linksabbiegen – teilweise zu spät gesehen werden“, erläutert Tomasz Karbowski, Bereichsleiter Fahrzeuge. „Mit dem höheren Rotanteil stärken wir die Außenwahrnehmung unserer Fahrzeuge deutlich. Das ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Baustein zur Unfallprävention.“ Ein zweites Fahrzeug im neuen Erscheinungsbild wird in Kürze in den Linienbetrieb gehen.

Die Rheinbahn belässt es nicht bei der „roten Schnauze“. Sie beschäftigt sich mit einer Reihe weiterer Maßnahmen.

  • Prototypen von Kollisionswarnsystemen in Hoch- und Niederflurfahrzeugen
  • Optimierung von Fahrsignalanlagen gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf
  • Bauliche Maßnahmen zur Reduzierung kritischer Abbiegesituationen
  • Anpassung von Schulungsschwerpunkten und Intensivierung der Streckenkenntnis
  • KI-gestützte Systeme zur Erkennung verbotswidriger Abbiegevorgänge.
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