Der ehrliche Restaurant-Test: Basil’s – wieder Feuer in der Küche

Koch Alex Ileshi macht es sichtlich Spaß, für das Foto noch einmal das Feuer lodern zu lassen. Es ist Freitagabend, der 30. Oktober, und die Küche des Basil’s steht endlich wieder unter Dampf.

Zwanzig Jahre und sieben Monate hatte Basile Mourikis in dem schicken Lokal an der Haroldstraße seine Gäste mit einer überdurchschnittlich guten Küche und Live-Entertainment unterhalten. Essen war alles, nur nicht langweilig, hier am Graf-Adolf-Platz. Ich war einige Male im Basil’s zu Gast, einmal für mein einstiges Print-Magazin „Lust auf Düsseldorf“ mit René Heinersdorff. Der nahm damals Basile liebevoll auf den Arm: „Griechen sind ja Türken, die glauben Italiener zu sein.“ Fand der gar nicht komisch.

Seit dem 7. August war der Ofen aus im Basil’s. Jetzt haben die Brüder Lorik und Altin Shkupolli Düsseldorfs Restaurant mit Live Entertainment, den ersten konsequenten Supper Club der Stadt, wieder zum Leben erweckt.

Ich habe heute Gastro-Berater Markus Eirund als Mittester eingeladen. Alfredo („Alfi“) Lipari, die Koch-Legende aus der „Trattoria D’Alfredo“, hat sich bei seiner Gourmet-Tour durch Berlin schwer erkältet.

Markus ordert als Vorspeise das Carpaccio, ich die gebackene Aubergine mit Beilagen.

Das Rindercarpaccio ist tadellos und schmeckt wie ein Rindercarpaccio schmecken sollte. Die Aubergine ist eine angenehme Überraschung, wobei allerdings die Beilage den Geschmack der delikaten Aubergine ein wenig unterdrückt. Gleichwohl habe ich das Gefühl, die interessantere Wahl getroffen zu haben.

 

 

Für einen Freitag ist nicht sehr viel zu tun, es muss sich wohl noch herumsprechen, dass das Basil’s wieder eröffnet hat. Später erzählt uns Mitinhaber Lorik Shkuipolli von seiner bevorstehenden Feuertaufe am Samstag: 130 bestätigte Vorbestellungen.

Die Klaviermusik hat eingesetzt und an den Nebentischen werden nach dem zweiten und dritten Wein die Gespräche lauter. So war das immer im Basil’s.

Markus Eirund und ich studieren die Karte und sind uns einig, dass die jungen Inhaber an den Preisen noch etwas schrauben müssen – und zwar nach unten. So sollte etwa ein 250 g Rinderfilet argentinischer Provenienz nicht annähernd 50 Euro kosten.

Der Thunfisch mit Sesamkruste und Wasabi-Püree ist perfekt gebraten, die Konsistenz des Kartoffelpürees sagt mir nicht zu, es fehlt das Satte, das Cremige. Markus‘ Fettucine mit Filetstreifen (unten) dagegen sind in jeder Hinsicht perfekt.

Wir unterhalten uns über das Konzept und die Qualität des „neuen Basil’s. Das Lokal war und ist ein Highlight, die offene Küche, die hinterleuchteten Gemälde von Gustav Klimt an der Decke und das Konzept des begleitenden Entertainment – so weit so gut. Für das Basil’s unter neuer Leitung ist eine Hypothek abzuräumen: die der langjährigen Bezugsperson Basile Mourikis. Außerdem sollte nicht nur an den Preisen gearbeitet werden, sondern auch an der Speisekarte, die in diesem Lokal mehr Eigenständigkeit und Kreativität dokumentieren sollte. Als wir die beiden Brüder Lorik und Altin später darauf ansprechen, hören wir Zustimmung und bei der Kritik an den Preisen hören sie aufmerksam zu.

Das Schokoladen-Soufflé (oben) und die Crème brûlée: so wie sie sein sollten – perfekt. 

Wie soll man das „neue“ Basil’s nun bewerten. Markus und ich einigen uns auf drei von fünf Punkten. Da ist noch Luft nach oben und wir beide haben das Gefühl, dass die Jungs aus dem Kosovo sowohl die Energie als auch die Leidenschaft aufbringen, das Basil’s wieder zum Glänzen zu bringen.

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