
Mit Parolen wie „Nie wieder ist jetzt“ setzten manche Demonstranten das Nazi-Narrativ ein. Fotos: Düsseldorf Blog
Ich bin sauer – auf das Bündnis „Düsseldorf legt sich quer“ und all die anderen, die heute zu der Demo gegen die AfD aufgerufen haben. Sie haben heute die ganze Stadt auf den Kopf gestellt, Autofahrern die Zeit gestohlen, das Geschäftsleben beeinträchtigt und Polizeibeamte Überstunden machen lassen.
Aber eigentlich bin ich eher sauer auf die Polizeipräsidentin! Die Anfrage an die Pressestelle, warum man nicht, auch in Anbetracht des Derbys gegen Duisburg, eine andere Demoroute vorgeschrieben hat, ist raus.
Ansonsten: Absolutes Ja zu Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht. LinksDüsseldorf kann sich gerne querlegen – wann auch immer, gegen was oder wen auch immer.
Ich würde nicht gegen die AfD demonstrieren, eher gegen Die Linke, die ganz offen und belegbar die Abschaffung der gegenwärtigen kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung fordert. Im Parteivorstandsbeschluss vom 18. April dieses Jahres heißt es: „Wir brauchen eine konkrete Utopie, dass der Kapitalismus grundlegend überwunden wird.“ Die Verstaatlichungsforderungen, vorzugsweise von Wohnungsbau- und Rüstungsunternehmen haben sich vielleicht ja auch schon herumgesprochen.
AfD programmatisch nah an der CDU
Nun, es gibt nicht DIE Partei, die gewissermaßen den politischen Goldstandard setzen würde. Die CDU war mal rechts und verantwortungsvoll, aber es gibt doch, trotz Merkel, noch einen Kern, der noch für das C in der Partei und konservatives Gedankengut steht. Nicht alles was die Grünen sagen, ist falsch, es gibt auch vernünftige Forderungen der Partei und entsprechende Politiker. Die AfD ist programmatisch sehr nah an der CDU, wie sie mal war, bietet aber selbst heute noch viel Kongruenz. Manches mag ich an der AfD, manches lehne ich ab. Die älteste deutsche Partei SPD mit den Führungsfiguren Lars Klingbeil und Bärbel Bas hat fertig, was ich bedauere. Ich war in jungen Jahren Mitglied, war von Willy Brandt begeistert und halte Gerhard Schröder nach wie vor für einen guten Kanzler – im Gegensatz zu Angela Merkel.
Dackel mit klarer Meinung
Was ich noch loswerden möchte: Ich finde es intellektuell unterkomplex, dass „rechts“ gleichbedeutend mit rechtsextrem und „Nazi“ gesehen wird.
Links und Rechts stehen seit der französischen Revolution 1789 für soziale Gleichheit einerseits und das Konservative andererseits, im postrevolutionären Frankreich galt dies für die Anhänger des Königs. Die saßen im Parlament rechts. Daher!
Freuen wir uns auf weitere Demonstrationen, die aber bitte nicht zu Lasten der Allgemeinheit gehen sollten. Laut Rheinische Post waren 20.000 Demonstranten auf der Straße, das halte ich für zu hoch gegriffen.

Abmarsch zum Zug durch die Stadt. Wegen der Demo wurde auch der Rheinufertunnel für einige Stunden gesperrt
