Nach dem schweren Zusammenstoß zweier Straßenbahnen der Linie 709 herrschen bei der Rheinbahn Alarmstimmung und Nervosität. Es war der dritte Crash zweier Straßenbahnen binnen weniger Monate – Schäden gehen in die Hunderttausende und die Sicherheit der Rheinbahn ist auf dem Prüfstand.
Als Grund für den letzten Unfall gibt es zwei Möglichkeiten: menschliches oder technisches Versagen. Wie die Rheinbahn mitteilt, zeigte das Fahrsignal die Freigabe für die Geradeausfahrt. Gleichzeitig habe sich die Weiche, die den Zug gegen die andere Bahn lenkte, „in abweichender Stellung“ befunden. Das zugehörige Weichensignal sei dunkel geblieben.
Wie es dazu kommen konnte und warum Sicherungsmechanismen nicht gegriffen haben, untersucht die Rheinbahn mit Hochdruck.
Gedanken bei verletzten Fahrgästen
Bei dem Unfall am vergangenen Samstag im Bereich Berliner Allee / Graf-Adolf-Straße, hatte es eine Reihe von Verletzten gegeben. Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe, die selbst einen Straßenbahn-Führerschein erworben hatte, um in dieser Beziehung mitreden zu können: „Die Bilder und Folgen dieses Unfalls beschäftigen uns nach wie vor sehr. Unsere Gedanken sind bei den verletzten Fahrgästen.“ Auch beteiligte Mitarbeiter belaste der Vorfall.
Behörden und Fachstellen seien an der Auswertung von Fahrzeugdaten, Signaltechnik und Weichensteuerung und Befragungen des Fahrers involviert. Bisherige Erkenntnisse aus früheren Unfällen, so die Rheinbahn, „zeigen aus Sicht der Rheinbahn, dass komplexe Betriebssituationen, technische Auffälligkeiten und menschliche Faktoren zusammenwirken können. Deshalb verfolgt das Unternehmen bewusst einen systemischen Ansatz bei der weiteren Aufarbeitung.“
Die bereits Ende des vergangenen Jahres eingerichtete Taskforce zur Aufarbeitung von Entgleisungen und Unfällen wird laut Rheinbahn nach dem aktuellen Ereignis zu einer erweiterten bereichsübergreifenden Taskforce „Sicherheitssteuerung“ weiterentwickelt.
Beitragsbild: KI-generiert
