11. April 1996. später Nachmittag: Ich sitze in meinem Büro in der Halle 8a am Düsseldorfer Flughafen. Kollegin Doro ruft mir zu: „Am Flughafen soll’s brennen“. Mal wieder falscher Alarm, war mein erster Gedanke und ich fuhr in meiner Arbeit fort. Doch Doro ließ nicht locker und ich fuhr rüber zum Terminal A.
Dort bot sich mir ein grauenvolles Bild: Der Boden im Terminal war pechschwarz, die Decke verrußt. Meine Gedanken rasten. Der LTU-Geschäftsführer, mein Chef, urlaubte in der Karibik, unser Marketingchef in Indonesien. Ich hörte neben mir einen der beiden Flughafen-Geschäftsführer ankündigen, dass am kommenden Tag der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden würde. Mir war klar, dass der Mann unter Schock stand und dass ein Flugbetrieb keinesfalls stattfinden könnte.
Also gab ich spontan als LTU-Pressesprecher ein Statement ab. Ich kündigte an, dass tags darauf auf keinen Fall Flugbetrieb stattfinden würde. Des weiteren sagte ich allen gebuchten LTU-Passagieren zu – wir waren in den Osterferien – dass alle Flüge stattfinden würden – ab Köln/Bonn oder anderen Ausweichflughäfen. Erst in einigen Tagen, kündigte ich an, würden wir wieder ab Düsseldorf fliegen, allerdings mit Abfertigung an Zelten vor unserer LTU-Halle 8. Ich gab die Nummer einer Hotline bekannt, unter der alle relevanten Informationen abgerufen werden konnten. Unsere Passage reagiert wie der Blitz, der Flugbetrieb gleichfalls. Die Hotline stand in Minuten, es wurde kontinuierlich aktualisiert.
Am nächsten Tag fiel kein Flug aus. Wir transportieren Passagiere mit Dutzenden Bussen zu Ersatz-Airports, alles lief rund. Das war LTU, das war Teamarbeit in einer Familie verantwortungsvoller Airliner. Schon am 13. April nahm LTU als erste Airline den Flugbetrieb wieder auf – mit Abfertigung in eilends aufgebauten Zelten, die wir mit Kokosläufern in LTU-Rot ausgelegt hatten.
Das war die technische Seite. Die menschliche, an die wir heute erneut schmerzhaft erinnert werden: 17 Menschen starben in dem Inferno. Es war bis heute der schlimmste Brand in einem deutschen Flughafen. Auslöser waren unangemeldete Schweißarbeiten, doch die Ursache war technischer Art, es waren falsche, entflammbare Materialien verbaut worden. Heute ist DUS International vermutlich unter Sicherheitsaspekten in Deutschland ganz vorn.
Beitragsbild (Flughafen Düsseldorf): Dicke Rauchschwaden waren weithin sichtbar.
