Personalausweis und Pass hatte ich gleichzeitig beantragt, beide mussten nun erneuert werden. Und das, liebe Freunde, ist mal ein Anlass zur Freude.
Ich ahnte, es könne länger dauern, bis ich einen Termin erhalte. Doch dann die Überraschung: Ich konnte mir online einen Termin wählen, gleich zwei oder drei Tage später, und das sogar zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Das Amt bestätigt sofort meinen Wunschtermin und schickt mir für die Anmeldung vor Ort auch einen QR Code.
Heute Termin im Dienstleistungszentrum an der Willi-Becker-Allee, direkt hinter dem Hbf. Das Bürgerbüro knallvoll, da schwant einem wie mir, der von Natur aus misstrauisch gegenüber Behörden ist, eine lange Wartezeit. Ich zücke mein Handy mit dem QR-Code, halte ihn an einen der bereitstehenden Automaten und bin damit angemeldet. Rund fünf Minuten später schon: Gong, meine Nummer blinkt auf einem der Monitore.
An Schalter 1 unterschreibe ich meine Formulare, reiche meine biometrischen Fotos rüber und hinterlasse die gewünschten Abdrücke des linken wie rechten Zeigefingers auf einem dafür vorgesehenen Gerät. Das dauert alles in allem keine zehn Minuten.
„Wollen Sie den Pass schneller haben“, fragt mich der junge Mann. Da ein Auslandsflug möglich ist, stimme ich begeistert zu. „Kostet aber 35 Euro extra“. Extra, frage ich, was kostet das dann insgesamt? Mit ehrlichem Bedauern in der Stimme verrät er mir, dass jetzt 139 Euro fällig sind.
Für meinen Kommentar, wofür man denn eigentlich Steuern zahle, zeigt er volles Verständnis.
Alles in allem: Ich bin, nicht nur aus diesem Grund, froh, in Düsseldorf zu wohnen. In Berlin beträgt die Wartezeit auf einen Termin im Bürgerbüro sechs bis acht Wochen, manchmal länger, abhängig vom Bezirk. Wir können alle froh sein, nicht in unserer schrecklich dysfunktionalen Hauptstadt zu wohnen.
