In der Vergangenheit war ich gelegentlich unzufrieden mit der Auswahl des Düsseldorfer Literaturpreisträgers der Stadtsparkasse Düsseldorf. Die diesjährige Entscheidung, den Wiener Autor Elias Hirschl für sein literarisches Gesamwerk zu ehren, macht zumindest sehr neugierig, wenn man liest, was Emily Grunert, Mitglied der Jury über sein Buch „Schleifen“ schreibt:
„Mit Schleifen legt Elias Hirschl einen ebenso überdrehten wie originellen Ideenroman um die fanatische Linguistin Franziska Denk und eine von ihr gegründete, sektenartige Sprachguerilla vor. Schon auf den ersten Seiten entfaltet sich ein wahres Wunderwerk der Verwirrkunst: voller raffinierter Sprachspielereien, gedanklicher Umwege und erzählerischer Tricks, die Aufmerksamkeit verlangen, gerade dadurch aber ihren besonderen Reiz entfalten. Elias Hirschl weiß, Sprachwissenschaft, Mathematik und Körper auf überraschend genussvolle Weise miteinander zu verknüpfen. Dabei entwickelt der Roman einen Sog, der die Lektüre zu einem mitunter rauschhaften Erlebnis macht. Schleifen irritiert, begeistert und unterhält gleichermaßen und hat gerade deshalb das Potential, das Zeitgefühl seiner Leserschaft außer Kraft zu setzen.“
Der Literaturpreis wird dieses Jahr zum 25. Mal verliehen, er ist mit 20.000 Euro dotiert.
Beitragsbild: Elias Hirschl 2025 © Petra Weixelbraun
