Den miserablen Zustand unseres Bildungswesens bestätigt nach der PISA-Studie auch eine umfangreiche Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft. Nur mit einem Punkt hinter dem Komma liegt NRW insgesamt nur auf dem drittletzten Platz. Doch bei der allgemeinen Schulqualität ist NRW vorletztes Bundesland. Eine ernüchternde Bestandsaufnahme.

Die Studie, erstellt für die Initiative Soziale Marktwirtschaft, stellt NRW ein miserables Zeugnis aus. In NRW fallen laut Studie die öffentlichen Bildungsausgaben in Relation zu den öffentlichen Gesamtausgaben im Vergleich der Bundesländer unterdurchschnittlich aus.
Unterdurchschnittliche Leistungen bei Mathe und Naturwissenschaften
Bei der Schulqualität insgesamt belegt NRW den vorletzten Platz unter allen Bundesländern. Die Kompetenzerhebung des „Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen“ für die Neuntklässler aus dem Jahr 2024 zeigt, dass die nordrhein-westfälischen Schülerinnen und Schüler unterdurchschnittliche Kompetenzen in Mathematik und in den Naturwissenschaften aufweisen. Dies gilt gemäß Studie sowohl für die Schulen insgesamt als auch bei einer alleinigen Betrachtung der Gymnasien. Zudem zeigt die Kompetenzerhebung aus dem Jahr 2022, dass die Neuntklässler in NRW im Lesen ebenfalls unterdurchschnittliche Kompetenzen aufweisen.
Der Anteil der Grundschüler mit Fremdsprachenunterricht fiel ebenfalls unterdurchschnittlich aus (NRW: 47,1 Prozent; Bundesdurchschnitt: 51,7 Prozent).
Die Ausgaben pro Schüler an den Grundschulen sind mit 8.100 Euro deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 9.000 Euro.
Erhebliche Rückstände muss sich die Landesregierung auch bei der berufliche Bildung anrechnen lassen. Hier belegt NRW bundesweit den vorletzten Platz. Der Anteil erfolgreicher Absolventen von Berufsfachschulen, Fachoberschulen und Fachschulen betrug nur 62,6 Prozent und war damit so niedrig wie in keinem anderen Bundesland.
Deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt
Laut Studie ist auch der Anteil der erfolgreichen Absolventen eines Berufsvorbereitungsjahres im Jahr 2024 mit 30,9 Prozent deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt (50,9 Prozent). Auch in dieem Feld weist NRW den niedrigsten Wert aller Bundesländer auf.
Bei der Digitalisierung belegt NRW den siebten Platz. Positiv: Die Zahl der neuen betrieblichen Ausbildungsverträge im IT-Bereich pro 100.000 Erwerbstätige fällt mit 48,2 höher aus als im bundesdeutschen Durchschnitt (39,7). Nordrhein-Westfalen erreicht hier den drittbesten Wert aller Bundesländer. Bei den IT-Hochschulabsolventen schneidet NRW dagegen leicht unterdurchschnittlich ab. Die Verfügbarkeit von schnellem WLAN an den Schulen fällt durchschnittlich aus.
RP Online zitiert einen Sprecher des von Dorothee Feller (CDU) geführten Schulministeriums mit den Worten: „Die Leistungsspitze ist zu klein und die Zahl der Risikoschülerinnen und -schüler zu groß. Vor allem bei den Basiskompetenzen und beim Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft besteht weiterhin großer Handlungsbedarf.“
Meine Tochter ist Achtklässlerin und ich habe das Gefühl, dass sie deutlich unterfordert ist, gilt auch für Hausaufgaben. Wer hat noch schulpflichtige Kinder und möchte kommentieren?
