Dass wir in Düsseldorf ein Amt für Verkehrsmanagement haben, wusste ich, dass es auch ein „Gänsemanagement“ gibt, ist mir neu. Aber: Es gibt’s und es ist sogar erfolgreich. Die Stadtverwaltung meldet: „Gänsemanagement 2026: Stadt zieht positive Bilanz – Zahl der Kanadagänse in Düsseldorf sinkt erneut leicht“.
Wer gelegentlich unsere Parks besucht, weiß es: die Branta canadensis oder Kanadagans ist eine Plage. Die bis zu einem Meter großen und bis zu sechseinhalb Kilo schweren Vögel verunreinigen Wiesen und Wege mit erheblichen Mengen Kot, machen anderen Wasservögeln den Platz streitig, und Lärm machen sie in Gruppen auch noch.
In NRW, besonders in Düsseldorf, fühlen sich die Viecher zu Hause, weil sie auf städtischen Parkwiesen ideale Bedingungen finden. Unvernünftige füttern sie sogar.
Nahezu verdoppelt
In den Jahren 2009 bis 2017 hatte sich die Anzahl der Tiere in den Parks laut Stadtverwaltung etwa verdreifacht, im gesamten Stadtgebiet nahezu verdoppelt. Vor dem Hintergrund der Wachstumsraten der Vorjahre wäre – ohne Gänsemanagement – für dieses Jahr eine Population von mehr als 2.000 Kanadagänsen zu erwarten gewesen.
Stattdessen gelang es, die Zahl der Gänse von 1.135 auf 1.115 zu reduzieren. Das Konzept lautet Eierklau. Den Nestern der Vögel werden alle bis auf ein oder zwei Eier entnommen. Würde man sie komplett leeren, würden die Gänse laut Stadt eine neue Brut beginnen. „Gelegemanagement“ nennt das die Stadt.
In NRW gehört die Kanadagans zum jagdbaren Wild. Die reguläre Jagdzeit läuft grundsätzlich vom 16. Juli bis 31. Januar; in bestimmten Gebieten am Unteren Niederrhein gelten zusätzliche Schonzeiten. In öffentlichen Parks oder anderen „befriedeten Bezirken“ darf allerdings nicht einfach geschossen werden – dort bedarf es besonderer Genehmigungen und Sicherheitsvorkehrungen.
Beitragsbild: KI-generiert
