Ich fahre nur ganz gelegentlich Straßenbahn. Immer wieder stehe ich dann vor dem Rätsel, welches Ticket für mich das richtige ist. Statt mich mit dem System vertraut zu machen, frage ich Fahrgäste. Das klappt gut, sie sind immer hilfsbereit. Wenn die Rheinbahn jetzt wahr macht, was sie ankündigt, muss ich vielleicht nicht mehr fragen. Unser Massentransporter installiert jetzt, zunächst in den Bussen, „Calo“-Lesegeräte. Wofür Calo steht, erklärt die Rheinbahn nicht, aber man versteht, welche Zweck sie erfüllen sollen: den Ticketkauf vereinfachen. Auf einer Extraseite der Rheinbahn wird die Funktion erläutert.
Bis Ende Oktober sollen alle Lesegeräte in den Bussen installiert sein. Doch erst Ende des Jahres sollen sie offensichtlich aktiviert werden. Dann kann man laut Rheinbahn das Ticket „direkt und kontaktlos am Lesegerät“ kaufen. Nächstes Jahr werden die Geräte in den Bahnen installiert.
Alles easy oder was?
Einerseits sagt die Rheinbahn: „Das Prinzip der Lesegeräte ist intuitiv: Fahrgäste wählen auf dem Display die gewünschte Preisstufe und bezahlen ihr Ticket kontaktlos mit ihrer Bankkarte, einer Wallet auf dem Smartphone oder der CALO-Guthabenkarte. Zur Auswahl stehen Tickets der Preisstufen A, B und C sowie Kinder- und Fahrradtickets. Die Bedienung ist ebenfalls auf Englisch verfügbar.“
Andererseits sagt Annette Grabbe, Vorstandsvorsitzende der Rheinbahn: Gleichzeitig ist uns wichtig, dass wir unsere Kundinnen und Kunden auf dem Weg zu diesem neuen Angebot mitnehmen und niemanden zurückzulassen. Wir wollen allen die Möglichkeit geben, CALO kennenzulernen, auszuprobieren und sich sicher zu fühlen. Dafür schaffen wir verschiedene Möglichkeiten und Hilfestellungen, damit alle gut mit der neuen Technik zurechtkommen und sie sicher im Alltag nutzen können.“
Hatten Techniker bei der Entwicklung das Sagen oder Marketingleute, die vom Verbraucher her denken? Die Deutsche Bahn hat gezeigt, dass solche Technik Nutzer auch in den Wahnsinn treiben kann. Wir lassen uns überraschen.
Beitragsbild: Das neue Lesegerät Calo (Foto: Rheinbahn)
