Im Jahr 2024 sind laut Statistischem Bundesamt (Destatis) 269.986 deutsche Staatsangehörige aus Deutschland fortgezogen, 5000 mehr als im Vorjahr. Darunter natürlich auch Düsseldorfer.
Die hauptsächlichen Zielländer sind laut Destatis die Schweiz, Österreich und Spanien. Bei den eher exotischen Ländern erfreut sich Panama großer Beliebtheit. Noch ein Stück exotischer vielleicht: Uruguay. Dahin zog es Freunde von mir, die mit ihren zwei Kindern dorthin ausgewandert waren. Er hat sein großes Unternehmen verkauft, sie ihren Betrieb und ab ging’s. Das Haus, ein Architektenhaus unweit des Strandes von Punta del Este, kauften sie online, ganz schon mutig.
Vier Wochen vor ihrem anstehenden Besuch in Deutschland schrieb er mir gerade etwas, das ich gern teilen würde, zumal ich gerade auf YouTube einen hoch informativen Beitrag über Uruguay gesehen habe.
Also:
„Wir schauen derzeit fassungslos auf Deutschland und können uns gar nicht vorstellen, was aus unserem Land geworden ist. In Uruguay werden wir oft auf die Entwicklung in Deutschland angesprochen. Die Uruguayer wollen wissen, warum es mit dem Land bergab geht, warum wir nichts dagegen tun und was wir nun in Uruguay vorhaben, denn es kommen immer mehr Deutsche hierher. Mittlerweile sind wir eine echte deutsche Community. Es kommen Menschen mit interessanten Biografien aus allen Altersklassen. Es kommen die Guten, die Ausgebildeten, die Mutigen, diejenigen mit Geld oder Sachverstand. Von dieser Entwicklung profitiert Uruguay ganz klar, während Deutschland verliert. Leider ist die Politik in Berlin nicht imstande, das zu verstehen – nicht einmal im Ansatz.
Am Strand Wale beobachten
Wir haben uns hier eingerichtet, was nicht immer ganz einfach ist. Seit zwei Jahren habe ich eine uruguayische Firma, was mit einem anderen Rechtssystem, einer anderen Buchhaltung und uruguayischen Beratern einhergeht. Das Leben hier ist etwas langsamer, persönlicher und weniger materiell geprägt. Anstelle von Porsche, Mini und SUVs fahren wir nun Pick-ups aus brasilianischer Produktion. Fiat und Chevrolet. Anstelle von Boglioli und Dior tragen wir, was gerade praktisch ist und zum Wetter passt. Momentan sind das warme Jacken und Mützen, denn es ist kalt. Bei 0 Grad nachts und etwa 10 Grad am Tag können wir dafür am Strand Wale beobachten. Oft kommen wir uns vor wie im Zoo, so viele exotische Tiere gibt es hier. Es ist traumhaft.
Wir sind Uruguay dankbar, dass es uns die Chance gibt, hier zu leben. In diesem Jahr werden wir einen Antrag auf Staatsbürgerschaft stellen. Es gibt viel zu erzählen, du merkst es. Im September bringen wir Océane zum Studium nach Malaysia. Auf dem Rückweg machen wir einen Abstecher nach Europa. Es wäre schön, wenn wir uns in Düsseldorf sehen könnten. Bleib bis dahin gesund und guter Dinge. Wir vereinbaren einen Termin. Ich glaube, wir landen am 27. September in Europa.“
Beitragsbild: Hauptstadt Montevideo / arptravel
