Ein an kontrafaktischer Einfalt schwer zu überbietender Beitrag ziert heute die Seite 2 der Rheinischen Post. Kommentator Jan Drebes, stellvertretender Leiter der Parlamentsredaktion der RP, schreibt unter der Headline „Die Hitze ist politisch“ folgendes:
„Mehrere Wahlen in Ostdeutschland stehen in diesem Jahr noch aus, wo die AfD viel Zulauf bekommt – die den menschengemachten Klimawandel in weiten Teilen leugnet. Wie zynisch und im wahren Sinne des Wortes brandgefährlich die Politik der Rechtsradikalen auch mit Blick auf Klimaanpassungen ist, sollte langsam jedem bekannt sein.“
Der Kritik an der AfD-Forderung, Klimaschutzmaßnahmen zu stoppen, verbindet Autor Drebes mit der Aufforderung, die Investitionen in Klimaanpassungen zu verstärken, auch in Kommunen.
Drebes will vor den anstehenden Wahlen gegen die AfD austeilen – sein gutes Recht. Die Partei mit der aktuellen Hitzewelle in Zusammenhang zu bringen – eher sehr weit hergeholt.
Was der Redakteur der RP völlig ignoriert, ist folgendes.
- Die AfD hatte bislang kaum politische Gestaltungsmöglichkeiten.
- Die kritische Haltung der Partei zum anthropogenen Anteil an der Erderwärmung wird von Politikern auch anderer Parteien geteilt und Wissenschaftler, z.B. in der Studie der „Climate Working Group“ unter der Leitung von Judith Curry, haben klargestellt, dass der Mensch zwar zur Erderwärmung beitrage, die Größe des Anteils am Geschehen jedoch erheblich unsicherer sei als häufig dargestellt.
Wahr ist, dass die AfD die einzige Partei ist, die sich gegen die Mainstream-These stellt, dass der Klimawandel überwiegend menschengemacht sei.
Wahr ist aber auch, dass es viele Wissenschaftler gibt, die nicht den „Klimawandel leugnen“, sondern die „Klimawissenschaft“ in Frage stellen, deren Thesen auf Modellen beruhen. Nicht zuletzt haben führende Klima-Szenarienforscher im April ein Papier veröffentlicht, das in Zukunft Grundlage des Sachstandsberichts des IPCC sein soll. Danach gelten die bisher extremsten Szenarien heute nicht mehr als plausibel.
