Die Landeshauptstadt bläst zum Auftakt im Kampf um die Klimaneutralität bis 2035! Das ist, wirtschaftlich gesehen, zwar blühender Unsinn, aber der Rat hat das nun mal 2019 beschlossen.
Nun sind die Bürger eingeladen sich anzuhören, wie sich die „Rettung“ des Klimas im Stadtgebiet durchsetzen könnte: Düsseldorf, die 217 Quadratkilometer große Insel im Westen der Republik, auf der sich engagierte Bürger gegen die Erhitzung der Welt zur Wehr setzen.
Am Mittwoch, dem 18. März (17 bis 19 Uhr) sind die Bürger der Friedrichstadt in die Regenbogenschule (Kirchfeldstraße 74-80) eingeladen. Friedrichstadt deshalb, weil dieser zentrale Stadtteil als „Pilotprojekt“ für die Einführung der Klimaneutralität ausersehen ist.
Bei der Veranstaltung wollen Fachleute der Stadt und Vertreter städtischer Initiativen über die Ziele und Maßnahmen informieren.
In zehn Jahren 0,5 Grad Celsius rauf
Wir alle erinnern uns doch noch an das oftmals gezeigte „Spiegel“-Titelbild, auf dem dem Kölner Dom das Wasser fast bis zu den Glocken stand. Das war Alarm. Aber die beängstigenden Zeichen sind ja nicht zu übersehen: 2015 betrug die Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland 9,94 Grad Celsius, im letzten Jahr waren es 10,1 Grad. In nur zehn Jahren ein Plus von 0,5 Grad – höchste Zeit für die Einrichtung von gekühlten Schutzzonen für Alte und Kranke!
Die Wissenschaft geht da pragmatisch ran und erklärt uns, dass wir uns in einer Warmzeit zwischen zwei Eiszeiten befinden. War ja auch schon mal deutlich wärmer auf dem Globus, etwa im Jahre 900, als an Grönlands Südküste die Wikinger ihre Viecher, Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde auf grüne Weiden trieben.
Grünflächen und Pocket Parks
Ich will jetzt aber mal versuchen darzustellen, was hierzulande in den nächsten Jahren geschehen muss, damit unser Rat sich für seine Klimaenscheidung feiern kann. Die Maßnahmen, die getroffen werden sollen, wird die Stadt ja hinreichend erläutern – seien es Grünflächen, „Pocket Parks“, Fahrverbote oder was auch immer.
Der Hamburger Senat hat die Klimaneutralität bis 2040, also fünf Jahre später als in Düsseldorf, nicht beschlossen, eine Volksabstimmung hat das bewirkt und die Hansestadt in Aufruhr versetzt. Was Klimaneutralität für Hamburg bedeutet, hat Prof. Fritz Vahrenholt (SPD), ehemaliger Umweltsenator der Stadt, kurz angerissen. „Keine dieselbetriebenen Containerschiffe mehr, keine Produktion von Aluminium, Kupfer und Stahl, Stilllegung der Raffinerie, Verbot von Gas- und Ölheizungen, Fahrverbot für Autos mit Benzin oder Diesel“.
