Der Düsseldorfer Rüstungsgigant Rheinmetall (9.8 Mrd. Euro Umsatz 2024) will gemeinsam mit dem Unternehmen MBDA in Deutschland im ersten Quartal 2026 ein Gemeinschaftsunternehmen für „Marine-Laser-Aktivitäten“ gründen. Ziel sei es, „hochleistungsfähige und innovative Laserwaffensysteme – zunächst für die Marine – zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen.“
- Als Lokalpatriot müsste ich mich freuen.
- Als Investor auch, ich halte Aktien.
Doch ich frage mich, weshalb man Rheinmetall mit dieser Aufgabe betraut. Unser Hightech-Waffenbauer muss zunächst mal mit dem Gemeinschaftsunternehmen in die Gänge kommen. Das System, teilt Rheinmetall mit, sei bereits erfolgreich getestet worden, doch es wird vor 2029 auf keinen Fall einsatzfähig sein.
Das israelische Unternehmen Rafael dagegen hat mit dem Partnerunternehmen Elbit bereits ein einsatzfähiges System, den „Iron Beam“, das auch als „Laser Dome“ bezeichnet wird. Vor wenigen Wochen ist das erste operationelle „Iron Beam“-System bereits an die israelischen Streitkräfte übergeben worden.
In jüngster Zeit waren bereits Vorwürfe laut geworden, Rheinmetall werde Konkurrenten vorgezogen. Ist das in diesem Fall so? Hat man das verfügbare israelische System geprüft und Preise eingeholt? Dafür sollten sich Opposition im Bundestag und der Bundesrechnungshof interessieren.
Das Foto – Quelle: Rafael – zeigt ein Lasersystem des israelischen Herstellers für den Marineeinsatz
