„Die Evangelische Kirche Deutschlands ist eine NGO mit angehängtem Secondhand-Laden für Religiöses“
Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz
Die Kirche verliert massenweise Mitglieder, und das gilt auch für die evangelische und die katholische Kirche in Düsseldorf. Die Kirchen sind leer, Kirchenaustritte nehmen rapide zu.
Ich bin schon seit langem kein Mitglied der Kirche mehr. Ich glaube an Gott und bete täglich. Aber Kirche? Nein danke, wozu?
Soeben erst hat auch mich unangenehm berührt, was ich auf YouTube als Ausschnitt aus der ARD-Christmette 2025 in der Stuttgarter St.-Maria-Kirche sah. Statt des Jesus-Babys lag ein erwachsener nackter Mensch in der Krippe, schleimig und eingehüllt in feuchtes Reispapier, als wäre ein Außerirdischer aus einem Ei geschlüpft.
Die katholische Kolumnistin Birgit Kelle urteilt: „Würde die Deutsche Bischofskonferenz auch nur halb so viel Eifer in die Verbreitung des Glaubens investieren, wie man in die Anerkennung frei erfundener Geschlechter und den ‚Kampf gegen rechts‘ steckt, würden sie nicht jedes Jahr weiter an Bedeutung und eine halbe Millionen Gläubige verlieren und stattdessen neue Mitglieder gewinnen.“
Kritik an der Politisierung der katholischen Kirche brachte auch die Düsseldorferin Sylvia Pantel, Vize-Bundesvorsitzende der WerteUnion, an, als sie Papst Leo vor kurzem anlässlich einer Audienz kurz sprechen konnte.
Kirche als NGO
Recht hat sie, das Kirchensterben haben sich die Kirchen zuzuschreiben, es ist verdient. Eine woke, gendernde Kirche, die sich als quasi-politische NGO aufführt, braucht kein Mensch. Für mich kommt hinzu, dass ich mich empfindlich daran störe, dass die Kirche zwar dem Zeitgeist hinterher läuft, aber keine neuen Wege beschreitet, um die verbliebenen Christen zeitgemäß anzusprechen.
Zurück zu Düsseldorf. Hier gibt es nun scharfe Einschnitte – weil die Kirchen so sind wie sie sind und die Gläubigen entsprechend darauf reagieren. Beide Kirchen planen die Zusammenlegung von Gemeinden, zu Teil wurde das bereits umgesetzt.
Im Düsseldorfer Norden, meldet Antenne Düsseldorf, „wurden zum 1. Januar 2026 zehn katholische Gemeinden zusammengelegt. Dazu gehören unter anderem St. Agnes in Angermund und St. Maria unter dem Kreuze in Unterrath. Diese Gemeinden sollen künftig von einem gemeinsamen Kirchenvorstand geleitet werden. Trotz der Zusammenlegung sollen jedoch in allen Kirchen weiterhin Gottesdienste angeboten werden, wie die katholische Kirche betont.“
Die evangelische Kirche hat ihre Gemeinden Oberkassel und Heerdt zu einer Gemeinde verschmolzen – und langfristig soll die Zusammenführung sogar so weit gehen, dass alle Gemeinden zu einer großen Gemeinde zusammengeführt werden. Dann sollen, heißt es, auch einige Kirchen geschlosssen werden.“
