Fabian Wer?

Fabian Zachel ist der Spitzenkandidat der SPD im Kommunalwahlkampf, er will OB werden. Hilfreich dafür wäre ein hoher Bekanntheitsgrad, der ihm leider fehlt.

Doch noch ist ja Zeit, den Bekannschaftsgrad zu erhöhen.

Der für die SPD zu Recht negative Bundestrend muss Zachel nicht schaden, die Kommunalwahl folgt eigenen Gesetzen. Und beim OB-Kandidaten ist für mich, wie wohl auch für die Mehrzahl der Wähler, wichtig, wer da an der Spitze des Rathauses stehen will, es ist eine Personenwahl.

Obwohl ich Ex-CDU-Mann bin – jetzt Mitglied der WerteUnion – erinnere ich mich gern und dankbar an meinen Freund Klaus Bungert, der OB mit SPD-Parteibuch war und ein toller Kerl. In seiner Amtszeit entstand der Rheinufertunnel. Klaus war getrieben von einem brennenden Engagement für die Stadt, ein aufrechter, feiner Kerl. Natürlich habe ich ihn gewählt.

 

Mehr Wohnungen

 

Deshalb würde ich theoretisch auch in Betracht ziehen, Fabian Zachel meine Stimme zu geben. Was will der 39-Jährige? Er verspricht weniger Staus und mehr Wohnungen. Beide Versprechen sind heikel. Weniger Staus hatte schon Amtsinhaber Keller versprochen – und das Versprechen gebrochen. Angekündigte intelligente Ampeln, die nach Verkehrsaufkommen schalten, fehlen bis heute, statt der „Grünen Welle“ sehen Autofahrer häufig Rot. Von daher darf man auch bei Zachel ein Fragezeichen setzen.

Beim Wohnungsbau gilt das gleiche. Gewiss gäbe es viele Investoren, wenn hinreichend Baugrund zur Verfügung gestellt würde. Doch in Düsseldorf gilt das vor mehr als zehn Jahren beschlossene „Handlungskonzept Wohnen“, das zu 40 Prozent preisgedämpften Wohnungsbau vorsieht. Und da wird’s schon eng. Denn, Überraschung: Wer Wohnungen baut, will damit Geld verdienen. So könnte nur die Stadt als Bauherr auftreten, und ob das günstiger für Mieter wird, möchte ich mal in Frage stellen. Doch Zachel kündigt genau das an: „Mit uns wird es 8.000 bezahlbare Wohnungen in städtischer oder in genossenschaftlicher Hand geben,“ sagte er einem Blogger.

 

Steuerliche Anreize

 

Was die Stadt braucht, sind Entschlackungen der Bauvorschriften, schnellere Genehmigungsverfahren und bitte auch steuerliche Anreize für Investoren.

Zu den Kosten all dessen was die Kandidaten vorhaben, würde ich sie alle gern mal in einer harten öffentlichen Befragung gegrillt sehen. So stellt sich bei Zachel auch die Frage nach den Kosten für drei neue Schwimmbäder, mit denen er die Düsseldorfer beglücken will.

To make a long story short: Zachel ist für mich kein Kandidat, schon deshalb, weil er für eine autofreie Kö eintritt. Ich halte das für kompletten ideologischen Schwachsinn. Die vergleichbare Friedrichstraße im rot regieren Berlin ist nur ein Beispiel für ein Scheitern der Autoverbannung. Wenn ich „mal eben“ was kaufen will, quäle ich mich nicht erst in ein Parkhaus. Ich bin auch nur in Ausnahmefällen Bahnfahrer, ich fahre gern Auto. Damit gehöre ich zu den renitenten Verweigerern der „Verkehrswende“ und dazu stehe ich auch. Ich denke auch, dass Fußgänger- wie Radfahrer-Interessen auf der KÖ schon jetzt hinreichend berücksichtigt werden.

Außerdem ist die Kö, und das würde ich nicht unterschätzen, eine Paradestrecke, auf der stolze Bentley-, Ferrari- oder Rolls Royce-Besitzer aus dem Sauerland und dem Ruhrgebiet sich gern bewundern lassen. Ich weiß, jetzt ernte ich bei vielen Widerspruch, aber ich finde: Das gehört zur DNA der KÖ. Übrigens schon lange.

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