STERN durfte die Brüsseler Betrugs-Protokolle sehen

März 13, 2008 by  

Hans-Martin Tillacks Stern-Blog zum Brüsseler Millionenbetrug unserer raffgierigen EU-Parlamentarier ist fast lesenswerter als das Stück, das heute der gedruckte Stern (auf leider nur einer Seite) verbreitet.

stern2.jpg

Der Stern durfte als erstes Medium Einblick in den hoch geheimen Prüfbericht nehmen und gruselte sich ob so viel Raffgier, Frechheit und mangelndem Unrechtsbewußtsein.

Auszüge aus Tillacks Blog:

Für heute 16 914 Euro monatlich können die Abgeordneten damit ihre Assis entlohnen. Sie konnten das Geld bisher aber auch relativ unkontrolliert an die eigene Ehefrau oder Firma überweisen.

Der Eindruck verstärkt sich, wenn man mit deutschen Europaabgeordneten über die Betrugsvorwürfe reden möchte. Ein ernsthaftes Gespräch ist oft kaum möglich. Denn die Parlamentarier leugnen selbst unumstößliche Fakten – oder versichern, die seien ihnen völlig unbekannt.

Fest steht auch, dass deutsche Europaabgeordnete führend daran beteiligt waren, die Kontrollen bei der Auszahlung der Mitarbeiterpauschale aufzuweichen.

Wäre der Prüfbericht öffentlich geworden, hätte freilich alle Welt lesen können, wie lax die Parlamentsgremien (unter führender Beteiligung deutscher Abgeordneter) seit Jahren mit der Verletzung geltender Regeln umgehen. Wir reden nicht von einigen schwarzen Schafen – sondern über eine Herde, die ungefähr die Hälfte des Parlaments umfasst.

Nach internen Zahlen fehlten noch Ende Dezember 2007 die geforderten Belege für über 76 Millionen Euro an angeblichen Mitarbeitergehältern aus den Jahren 2004 und 2005.

Das Brüsseler Europaparlament ist eine Selbstbedienungsbude, das ist ganz offensichtlich. Abgeordnete, auch aus Deutschland, sacken unverfroren Gelder in gigantischer Höhe ein, weil es ihnen leicht gemacht wird und weil ihnen niemand auf die Finger schaut.

Ein Triumph der Selbstherrlichkeit.

Und unser Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering scheint nach Lage der Dinge dem üblen Treiben Vorschub zu leisten. Gleichzeitig feiert er mit salbungsvollen Worten den 50. Geburtstag des EU-Parlaments. Da kann einem durchaus übel werden.

Hier können Sie NACHLESEN, wie sich der Skandal entwickelte.

Kommentare